Donnerstag, 13. Dezember 2012

21.12.2012 und die Quetzale

DIE WINTERSONNENWENDE 2012 UND DIE QUETZALE 
                         Text und Bilder © Edda Sörensen 

 Am 21.Dezember 2012 kurz vor Sonnenaufgang erscheint der Quetzal, Göttervogel der Mayas. 
Er schwirrt , seine ellenlangen irisierend grünen Schwanzfedern  in eleganten langen Wellen hinter sich herziehend, über die Spitze der  Pyramide von Chichén Itzá und  sucht sich dann  in der Umgebung einen passenden Landeplatz. Den findet er auf einem  Kaffeestrauch mit weissen Blüten und roten Kaffeebeeren, frisch gewaschen auf Hochglanz poliert vom morgendlichen Tropenschauer schimmern noch ein paar Tropfen unter den Beeren.  Stil haben sie, die Quezale. Die Quetzale?


Ja, denn  kaum ist die Sonne aufgegangen, fliegt noch ein Quetzal nicht minder spektakulär ein, setzt sich gegenüber und dekoriert mit anmutigem Schwung seine Schwanzfedern über den darunterliegenden Zweig.


Er pflustert sich kurz auf, schüttelt die letzten Regentropfen aus dem schillernden Gefieder und zwitschert dann munter los:
"Die 5126 Jahre sind ja wie im Fluge vergangen, jetzt kanns endlich losgehen! Meinst Du die Menschen haben es inzwischen herausbekommen, was das für ein besonderer Zeitpunkt ist? Oder rätseln sie noch immer herum? Wer weiss - also, was sollen wir uns wünschen? Diesesmal bist Du dran!"

"Ich wünsche mir, dass alle Quetzale aus der Mayazeit ihre Schwanzfedern wieder bekommen."

Im selben Moment blickt zufällig ein in die Jahre gekommenes Blumenkind im tiefverschneiten Bayern traurig von der Zeitungslektüre hoch, seufzt schweren Herzens und ruft aus:

"Ach je, hätte ich doch nur einen Wunsch frei, dann wünschte ich mir, dass sämtliche  Waffen vom Antlitz der  Welt auf nimmer Wiedersehen verschwinden würden!"
 

In dem Augenblick öffnet sich am Firmament  das Himmelstor und dahinter ein riesiger kristallener Tunnel . Er saugt in Blitzesschnelle erst die kleinen Wölkchen und dann die Welt samt Sonnensystem durch seine Mitte. An den Wänden des Tunnels läuft im Zeitraffer von Lichtjahrtausenden die Geschichte des Planeten Erde im Rückwärtsgang ab. Auf der anderen Seite des Tunnels hält die Bewegung kurz inne und schon schnellt alles zurück. An den Wänden des Tunnels rast nun die Geschichte vorwärts und wie von Zauberhand werden genau die Passagen entfernt, in denen ein  Mayakönig auf die Idee kam, er müsse sich unbedingt  Unmengen von  prächtigen Quetzal-Federn als Zeichen seiner göttlichen Macht  auf seine  Krone  stecken.
Dann, fast am Ende der Zeitreise, lösen sich sämtliche Waffen, Drohnen,  Flugzeugträger, Maschinengewehre, Spionagesatelliten, Jagdflugzeuge, Raketen, Radarsysteme, Bomben, Munitionslager, Waffenfabriken, Tränengas- und Wasserwerfer, Gummigeschosse, Sound-Kanonen und Überwachungskameras einfach in Luft auf.

Das alles dauert nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde und das Sonnensystem schwebt  wieder ruhig auf seinem alten Platz in einem der Seitenarme der Milchstrassen-Galaxie, so als sei nichts geschehen. 

Die beiden Quetzale  verabreden sich höchst zufrieden zur selben Zeit in 5126 Jahren,  heben ab und fliegen vergnügt erst mal zum Frühstücken.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wunderschön, das trifft es doch sehr gut. Eine echte Edda Vision-Version ! Fantastisch !

Irma

Anonym hat gesagt…

schöne geschichte. noch schöner wenn es so käme!

Anonym hat gesagt…

Einen wunderschönen Hirsch hast Du im Astrologix gepostet.
Er hat mir gleich den Montagmorgen versüsst.
Du malst tolle Bilder, falls die Bemerkung gestattet ist. ;-)
Liebe Grüße
Mike