Nach drei Tagen Recherche in den Regionen der offiziellen " jüngeren" Kunstgeschichte, die letztlich bereits über 100 Jahre alt ist... und deren Kritik durch die französische Gruppe "Les dissidents de l'art contemporain", der auch die mutige Aude de Kerros angehört, verstehe ich bestens, weshalb meine Freundin Stefanie ihr Studium der Kunstgeschichte an den Nagel gehängt hast. Wer französisch kann, voila im Original:
Aude de Kerros' hochinteressante Klage über den Totalitarismus der ZK (perfekte Abkürzung für "Zeitgenössische Kunst" -klingt wie Zentralkommitee) ist mehr als verständlich, in der von den Bildungsphilistern Worthülsen schleudernd alles zur Kunst erklärt wird - ausser Kunst.
Udo Kittelmann setzte ja bereits Anfang letzten Jahres das erste unübersehbares Zeichen, als er in seinem Museum für Gegenwartskunst, dem "Hamburger Bahnhof"in Berlin, zum grossen Erstaunen der Kunstszene, den AQUARELLMALER Walton Ford ausstellte.
Damit regte er sie ja an, die längst überfällige Debatte, ob gelungene zeitgenössische Kunst stets auf jene Konzept- und Minimalkunst aufbauen müsse, die vor fast 100 Jahren in New York entstand - sinnigerweise mit der Ausstellung einer simplen Kloschüssel, die Marcel Duchamp "Fountain" nannte und als Kunstwerk deklarierte.
Walton Ford muss irgendwie mein Bruder im Geiste sein, denn er weigert sich genauso eigensinnig, wie ich, die gewöhnlich als zeitgenössisch sanktionierten Stilmittel zu verwenden.
Tigresse fleur bleu - Edda Sörensen

Tiger - Walton Ford
Seine Aquarelle sind nur auf Warteliste erhältlich und kosten bis zu 1 Million Dollar. Ich sollte scheunigst meine Preise erhöhen :o)
Hier die Schlussfolgerung der Rede, die Aude de Kerros 2009 in der Akademie des Beaux Arts in Paris hielt:
Aude de Kerros:
"In conclusion, I will formulate a few suggestions:
-
Let the wall of concept, which has cut us off from sensitivity and reality, finish crumbling down,
-
Let us walk out of the semantic swamp and master the vocabulary, hence our faculty to think and appraise.
-
Let us distinguish art vs culture, art vs contemporary art, creativity vs creation, multiculturalism vs universality.
-
Let us find different criteria to evaluate different approaches, in order to reinstate in each of them its legitimacy and function. In art, let us evaluate the /achievement of form which offers meaning as an additional gift. For CA, let us assess the authenticity of the criticism and questioning it set itself as a goal – since what is termed today “Contemporary art” has always existed – only without the totalitarian claim to be the only possible expression. Art has always had counter-powers to question its immense prestige – a sanity device recalling us that no one holds the ultimate receipt, nor can claim ownership of the good, the true and the beautiful. In fact, the transgressive behavior of the cynical philosophers, the recurring carnival time inverting values, the followers of “incoherent arts”, of Dada, and Marcel Duchamp, were always contemporaries of art
-
Let us also refuse the hegemonic and reductionist accounting through “sociological all-inclusive” and let us pursue the timeless dimension of Art.
-
Let us find in our work the sense of transcendence and escape this terrifying, totemic sacrality that has replaced it."

Aude de Kerros:
"L'hiver sous le manteau"
Huile sur panneau - 60x49cm
http://www.galeriemouvances.com/peintres_DeKerros1.php
Und zum Schluss noch meinen offenen Brief an Herrn Boesner, seines Zeichens Händler von Kunstmateralien:
Oh - ein neuer Kunstpreis wurde von Ihnen ausgeschrieben, das macht mich neugierig. Der Preis ist Aufmacher des Magazins "Kunst & Material" und eingeleitet mit Ihren Worten:
"Die Kunstszene ist heute so vielfältig, vital und experimentierfreudig wie nie zuvor."
Hoppla, da stolpere ich ja bereits über ihren ersten Satz, denn die letzte Epoche, die solch eine Auszeichnung verdienen würde, befindet sich, meiner Überzeugung nach, in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in denen ein Feuerwerk an Kreativität gezündet wurde, das seinesgleichen erst mal finden muss. Heute jedoch kreist die offizielle Kunstszene in der "zeitgenössischen" Endlosschleife. Gähn.
Weiter in Ihrer Einleitung, zum zweiten und letzten Satz:
"Die Arbeit, die Ideen und die Sicht der Künstler wirken interdisziplinär in jeden Winkel der Gesellschaft hinein und bringen sie voran."
Oh je, Herr Boesener, wenn dem so ist, wohin haben sie uns denn dann in den letzen Jahrzehnten vorangebracht?Hinein in immer neue Kriege mit perfideren Waffen. Hinein in die Einfallslosigkeit unserer kalten, lieblosen Städteplanung, wo uns verrostete Ungetüme als Kunstwerke in den öffentlichen Raum gesetzt und Gebäude, die einem verknüllten Pausenbrot-Papier gleichen, als Gipfel der Architekturkunst angedreht werden? Hinein in die gleiche Finanzkrise, die sich alle paar Monate unter neuen Namen zu tarnen versucht? Ausgelöst von bekoksten Brookern, die ihre Zocker-Gewinne in Galerien anlegten, die bezeichnenderweise rund um die Wallstreet wie Pilze aus dem Boden schossen. Von Bildungs-Philistern hochgelobte Werke, die man, wenn überhaupt, nur mit Gebrauchsanweisung verstehen kann, werden von cleveren Galeristen für Unsummen Neureichen wortreich aufgeschwatzt, damit diese sich das Zertifikat Kunstsammler an den Hut stecken können.."Was?", sagen sich die meist an Geldnöten leidenden Künstler, "DAS wird verkauft?" und ahmen den Schrott samt Bluff, auf Teufel komm raus nach. Und wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern, muss nun jeder, der etwas auf sich halten will und obendrein die Finanzen dazu hat, sich solch einen abstrakten Alptraum für immer schwindelerregendere Summen an die Wand hängen.
Die sehr Betuchten bunkern gleich ganze Sammlungen davon, den Hedge Fonds nicht unähnlich :o), in ihren Kellern und wenn die überlaufen, überzeugen sie Beamte diverser Stadtverwaltungen - mit den hart erarbeiteten Steuergeldern der Bürger wohlbemerkt - Museen für diese "Kunst" zu errichten und nun trichtern staatlich beauftragte Kunstlehrer sie bereits den Kindern ein.">Was Wunder, wenn die Anzahl der Psychoanalytiker- und Psychotherapeuten-Praxen gen Himmel schiessen, die shrinks jedoch hoffnungslos dem angerichteten Schaden an der menschlichen Seele mit immer neu erfundenen Krankheitsbildern und Psycho-Pillen hinterher hinken.
Dahingehend haben uns also, Herr Boesner, die Arbeit, die Ideen und die Sicht der Künstler voran gebracht? Well - dafür verdienen sie dann aber keinen Award, sondern lediglich einen gescheiten Tritt in den Hintern.
Edda Sörensen
Aude de Kerros' hochinteressante Klage über den Totalitarismus der ZK (perfekte Abkürzung für "Zeitgenössische Kunst" -klingt wie Zentralkommitee) ist mehr als verständlich, in der von den Bildungsphilistern Worthülsen schleudernd alles zur Kunst erklärt wird - ausser Kunst.
Udo Kittelmann setzte ja bereits Anfang letzten Jahres das erste unübersehbares Zeichen, als er in seinem Museum für Gegenwartskunst, dem "Hamburger Bahnhof"in Berlin, zum grossen Erstaunen der Kunstszene, den AQUARELLMALER Walton Ford ausstellte.
Damit regte er sie ja an, die längst überfällige Debatte, ob gelungene zeitgenössische Kunst stets auf jene Konzept- und Minimalkunst aufbauen müsse, die vor fast 100 Jahren in New York entstand - sinnigerweise mit der Ausstellung einer simplen Kloschüssel, die Marcel Duchamp "Fountain" nannte und als Kunstwerk deklarierte.
Walton Ford muss irgendwie mein Bruder im Geiste sein, denn er weigert sich genauso eigensinnig, wie ich, die gewöhnlich als zeitgenössisch sanktionierten Stilmittel zu verwenden.
Tigresse fleur bleu - Edda Sörensen
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| Tiger - Walton Ford |
Seine Aquarelle sind nur auf Warteliste erhältlich und kosten bis zu 1 Million Dollar. Ich sollte scheunigst meine Preise erhöhen :o)
Hier die Schlussfolgerung der Rede, die Aude de Kerros 2009 in der Akademie des Beaux Arts in Paris hielt:
Aude de Kerros:
"In conclusion, I will formulate a few suggestions:
"In conclusion, I will formulate a few suggestions:
- Let the wall of concept, which has cut us off from sensitivity and reality, finish crumbling down,
- Let us walk out of the semantic swamp and master the vocabulary, hence our faculty to think and appraise.
- Let us distinguish art vs culture, art vs contemporary art, creativity vs creation, multiculturalism vs universality.
- Let us find different criteria to evaluate different approaches, in order to reinstate in each of them its legitimacy and function. In art, let us evaluate the /achievement of form which offers meaning as an additional gift. For CA, let us assess the authenticity of the criticism and questioning it set itself as a goal – since what is termed today “Contemporary art” has always existed – only without the totalitarian claim to be the only possible expression. Art has always had counter-powers to question its immense prestige – a sanity device recalling us that no one holds the ultimate receipt, nor can claim ownership of the good, the true and the beautiful. In fact, the transgressive behavior of the cynical philosophers, the recurring carnival time inverting values, the followers of “incoherent arts”, of Dada, and Marcel Duchamp, were always contemporaries of art
- Let us also refuse the hegemonic and reductionist accounting through “sociological all-inclusive” and let us pursue the timeless dimension of Art.
- Let us find in our work the sense of transcendence and escape this terrifying, totemic sacrality that has replaced it."
http://www.galeriemouvances.com/peintres_DeKerros1.php
Aude de Kerros:
"L'hiver sous le manteau"
Huile sur panneau - 60x49cm
Und zum Schluss noch meinen offenen Brief an Herrn Boesner, seines Zeichens Händler von Kunstmateralien:
Oh - ein neuer Kunstpreis wurde von Ihnen ausgeschrieben, das macht mich neugierig. Der Preis ist Aufmacher des Magazins "Kunst & Material" und eingeleitet mit Ihren Worten:
"Die Kunstszene ist heute so vielfältig, vital und experimentierfreudig wie nie zuvor."
Hoppla, da stolpere ich ja bereits über ihren ersten Satz, denn die letzte Epoche, die solch eine Auszeichnung verdienen würde, befindet sich, meiner Überzeugung nach, in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in denen ein Feuerwerk an Kreativität gezündet wurde, das seinesgleichen erst mal finden muss. Heute jedoch kreist die offizielle Kunstszene in der "zeitgenössischen" Endlosschleife. Gähn.
Weiter in Ihrer Einleitung, zum zweiten und letzten Satz:
"Die Arbeit, die Ideen und die Sicht der Künstler wirken interdisziplinär in jeden Winkel der Gesellschaft hinein und bringen sie voran."
Oh je, Herr Boesener, wenn dem so ist, wohin haben sie uns denn dann in den letzen Jahrzehnten vorangebracht?Hinein in immer neue Kriege mit perfideren Waffen. Hinein in die Einfallslosigkeit unserer kalten, lieblosen Städteplanung, wo uns verrostete Ungetüme als Kunstwerke in den öffentlichen Raum gesetzt und Gebäude, die einem verknüllten Pausenbrot-Papier gleichen, als Gipfel der Architekturkunst angedreht werden? Hinein in die gleiche Finanzkrise, die sich alle paar Monate unter neuen Namen zu tarnen versucht? Ausgelöst von bekoksten Brookern, die ihre Zocker-Gewinne in Galerien anlegten, die bezeichnenderweise rund um die Wallstreet wie Pilze aus dem Boden schossen. Von Bildungs-Philistern hochgelobte Werke, die man, wenn überhaupt, nur mit Gebrauchsanweisung verstehen kann, werden von cleveren Galeristen für Unsummen Neureichen wortreich aufgeschwatzt, damit diese sich das Zertifikat Kunstsammler an den Hut stecken können.."Was?", sagen sich die meist an Geldnöten leidenden Künstler, "DAS wird verkauft?" und ahmen den Schrott samt Bluff, auf Teufel komm raus nach. Und wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern, muss nun jeder, der etwas auf sich halten will und obendrein die Finanzen dazu hat, sich solch einen abstrakten Alptraum für immer schwindelerregendere Summen an die Wand hängen.
Die sehr Betuchten bunkern gleich ganze Sammlungen davon, den Hedge Fonds nicht unähnlich :o), in ihren Kellern und wenn die überlaufen, überzeugen sie Beamte diverser Stadtverwaltungen - mit den hart erarbeiteten Steuergeldern der Bürger wohlbemerkt - Museen für diese "Kunst" zu errichten und nun trichtern staatlich beauftragte Kunstlehrer sie bereits den Kindern ein.">Was Wunder, wenn die Anzahl der Psychoanalytiker- und Psychotherapeuten-Praxen gen Himmel schiessen, die shrinks jedoch hoffnungslos dem angerichteten Schaden an der menschlichen Seele mit immer neu erfundenen Krankheitsbildern und Psycho-Pillen hinterher hinken.
Dahingehend haben uns also, Herr Boesner, die Arbeit, die Ideen und die Sicht der Künstler voran gebracht? Well - dafür verdienen sie dann aber keinen Award, sondern lediglich einen gescheiten Tritt in den Hintern.
Edda Sörensen







Iren: mir geht es heute so. gestern hatte mein sohn geburtstag. war mit kuchen backen und andern dessert kreationen beschäftigt. heute spür ich das t quadrat pluto mars uranus auch. hoffentlich wirds bald besser.
Edda: Was mir gestern einfiel: Eigentlich klar, dass die Jungen schwer Krach schlagen: das sind vor allem die, die um den Mauerfall herum 1989 geboren wurden, die haben alle eine Saturn-Uranus-Neptun Konjunktion Anfang/Mitte Steinbock und da läuft ja jetzt und die nächsten drei Jahre der Pluto samt seinem Uranus Quadrat drüber...fasten seatbelts kann ich nur sagen. England ist obendrein Steinbockland.
Als Bild schon unglaublich symbolisch: Pluto hat doch in der griechischen Mythologie eine Tarnkappe - und die jungen Randalierer haben alle diese sweatshirts mit Kapuze an...