Skandal beim Bierbichler in Ambach
von Edda Sörensen
(Diese Geschichte ist frei erfunden. Alle Namen, handelnden Personen und Begebenheiten entspringen der Fantasie der Autorin.)
Die Apothekerin von Percha hatte ein gewisses Renomee rund um den Starnberger See. Man munkelte, in so mancher der prächtigen Villen an seinen Ufern habe sie bereits mit der Wünschelrute im Anschlag Wundertaten vollbracht. Sie mische bei Mondenschein spezielle Cremes, pendelte Medikamente aus und empfahl ihrer illustren Klientel einen Wunderheiler nach dem anderen. Es muss ein ganzes Nest davon geben in Oberbayern, seit die Esotherik aus geheimen Ecken ins Licht der Öffentlichkeit drang, ja zur Mode wurde. Auch Hellseher, Medien, die Nachrichten aus dem Reich der Toten übermitteln und Geistheiler gehörten in ihr Angebot.
All
das unter dem Deckmantel der „Heiligkeit“. Sie pilgert, stramm
katholisch, jedes Jahr nach Lourdes zum heiligen Kontakt mit der
Mutter Gottes höchst persönlich.
Wie
das Schicksal nun so spielt, wurde ihr einziges Kind, eine Tochter,
drogensüchtig. Hätte es zu diesem Zeitpunkt die verbotenen neuen
Drogen nicht gegeben, wäre das Fräulein Tochter wahrscheinlich
klassisch traditionell bis zur Halskrause im heimischen Bierfass
versunken und hätte damit kein größeres Aufsehen erregt.
